Beteiligung von Privatinvestoren am Internationalen Handel mit Bankinstrumenten
Von Prof. Dr. Bernt Bühnemann (Universitätsprofessor )
1. Einleitung
Die größten Schwierigkeiten für das Verständnis des nachfolgend zu skizzierenden, internationalen Handels mit Bankinstrumenten, ja in der Regel überhaupt der Glaube an die Existenz derartiger Bankgeschäfte ergibt sich daraus, dass diese Transaktionen unter strikter Geheimhaltung sowie Vertraulichkeit unter den handelnden Institutionen getätigt werden. Die allermeisten Banken, Kreditsinstitute und institutioneller Anleger, vor allem aber der größte Teil der Manager dieser Einrichtungen hat zwar mal irgendetwas von der Existenz derartiger Geschäfte gehört, ordnen diese Informationen und Geschichten mangels detaillierter Kenntnisse indes der Märchenwelt zu und bezeichnen sie als Phantasiegeschichten.
Allgemeine Beurteilung dieser Transaktionen, auch durch Fachleute, wird dadurch erschwert, dass sowohl die involvierten Staaten und staatlichen Einrichtungen, wie auch die konkret an diesen Transaktionen beteiligten Banken gegenüber Outsidern, zu denen praktisch sämtliche private Anleger gehören, die Existenz derartiger Geschäfte strikt und vehement verneinen. So ist es auch nur natürlich, dass es keine offiziellen und seriösen Darstellungen dieses internationalen Handels mit Bankinstrumenten gibt, auf die man zuverlässig zurückgreifen könnte. Schließlich und nicht zuletzt wird der Eindruck von diesen Geschäften als unseriöse Phantasiegebilde mit krimineller Substanz dadurch verstärkt, dass es in der Tat eine Vielzahl von Glücksrittern, unseriösen Spekulanten und schlicht Kriminellen gibt, die insbesondere private Kapitalanleger mit gelegentlich zweifelhaften liquiden Mitteln dazu bewegen, gegen sehr hohe, mit normalen Anlagen nicht darstellbaren Gewinnmargen, Gelder und Werte zur Verfügung zu stellen, die dann in irgendwelchen dunklen Kanälen verschwinden, in der Regel gemeinsam mit den Empfängern dieser Anlagewerte. Ganz im Gegensatz zu diesem Bild, das sich die weit überwiegende Mehrzahl der professionell tätigen Personen im Bereich Banken, Finanzierungsinstitutionen und institutionelle Anleger von diesem Bereich machen, ist die Realität dadurch gekennzeichnet, dass derartige Transaktionen Tag für Tag für den normalen Betrachter in unvorstellbaren Größenordnungen getätigt werden, so wie es schon seit sehr langer Zeit geschieht und sicherlich noch in welcher konkreten Ausformung auch immer künftig weiterhin geschehen wird.
An jedem Banktag in der Woche und im Jahr werden Milliardenbeträge mit diesen Bankinstrumenten gehandelt. Dies geschieht in wohlüberlegten geordneten Ablaufstrukturen mit klar definierten Instrumenten und eindeutige bestimmten handelnden Personen und Organisationen. Nichts wird dem Zufall überlassen und jede einzelne Person sowie staatliche oder private Institutionen haben ihre klar definierten Aufgaben. Dies ist ein weltumspannendes Handelssystem, das direkt nichts mit kriminellem Handeln zu tun hat und das in Wirklichkeit relativ transparent und einleuchtend ist. Wie nachfolgend noch darzustellen ist, erfordern die hohe Sensibilität, die Komplexität der Transaktionen als solcher, nicht zuletzt aber auch die ungeheuer großen Kapitalmengen, die mit diesen Transaktionen bewegt werden, eine strikte Geheimhaltung nach außen und eine vertrauliche Handhabung der Transaktionen unter den beteiligten Personen und Institutionen. Für den privaten Investor, der die Möglichkeiten dieses Instrumentenhandels für seine eigenen Interessen in Anspruch nehmen möchte, ergeben sich in der Regel große Schwierigkeiten. Das System und die Strukturen dieses Handelns erlauben es nicht, dem privaten Investor vollen Einblick zu geben in die Gesamtheit des Systems wie auch in die konkrete Abwicklung der verschiedenen Transaktionen.
Der private Investor muß daher schon in gewissem Umfange Glück haben, um überhaupt mit den Personen oder Institutionen in Verbindung zu kommen, die diese Möglichkeit haben, mit dem bereitgestellten Kapital als Investor an diesem Instrumentenhandel teilzunehmen. Betreiben diese Personen und Institutionen ihr hochsensibles Geschäft ernsthaft, können sie dem privaten Investor auch auf Dauer gesehen nur einen Teil der konkreten Informationen zugänglich machen, weil diese Informationen in die falschen Hände geraten könnten. Auf der anderen Seite muß aber den privaten Investoren, die nicht rein spekulativ a' fonds perdu Beträge zur Verfügung stellen, eine gewisse Sicherheit gegeben werden, dass sie jedenfalls ihre Einlage und eine Mindestverzinsung in geordneter Weise zurückerhalten. Dies ist bei seriös gestalteten Geschäftsbeziehungen um so wichtiger, als die Einlagebeträge doch schon erhebliche Größenordnungen aufweisen, die in der Regel nicht unter 10 Mio. US Dollar liegen. Auf der anderen Seite entsteht ein zunehmend größerer Bedarf an privaten Kapitalzuflüssen, weil dieser internationale Handel mit Bankinstrumenten sich immer stärker ausweitet und auf dieses private Investoren Kapital dringend angewiesen ist. Hinzu kommt, dass die Institutionen und Personen mit Kapitalschöpfungs- und Kapitalsammelbeckenfunktion doch mehr und mehr aus dem Verborgenem heraustreten und dem privaten Investor zunehmend direkt und indirekt Absicherung seines Kapitals und der zu erwartenden Rendite anbieten, wie es sich in dieser Form in früheren Zeiten nicht gegeben hat.
Es wirken sich also auch hier zunehmend Marktmechanismen des kapitalistischen Wettbewerbes aus, die jedenfalls für den privaten Investor durchaus positive Elemente aufweisen. Für die konkrete Beteiligung eines privaten Investors an einem derartigen internationalen Handel mit Bankinstrumenten kommt es insgesamt entscheidend darauf an, dass ihm unter Wahrung der Geheimhaltung und Vertraulichkeit gleichwohl quasi als eine Spitze des Eisberges bankübliche und verifizierbare Sicherheiten angedient werden, die sein privates Investment weitgehend absichern. Es bleibt aber immer dabei, dass dem privaten Investor eine ganze Rolle wesentlicher Informationen über Art und Umfang dieses Handels wie auch über die beteiligten Personen und Institutionen verborgen bleiben und verborgen bleiben müssen, weil sonst das gesamte System gefährdet würde.
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