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Basel II & Rating
Das Schlagwort „Basel II“ und „Rating“ - auch wenn Sie es schon nicht mehr hören können, sie sind betroffen – und müssen sich den Kriterien stellen!
Der Vortragende, Mag. Christoph Königslehner, kennt die Materie von allen Seiten: Er lehrt an der Wirtschaftsuniversität Wien, ist Fachautor und – trotz seiner Jugend – bereits Vorstandssekretär der Österreichischen Volksbanken AG. Er behandelte unter anderem folgende Fragen: Was ist Basel II?
Basel II ist ein international ausgehandeltes Regelwerk, das die Sicherheit der Banken gewährleisten soll. Es schreibt die Bonitätsprüfung der Kreditnehmer vor und bestimmt durch das Ergebnis des „Ratings“, wie hoch die Eigenkapital-hinterlegung der Bank für jeden einzelnen, vergebenen Kredit sein muss. Dadurch nimmt es auch massiv Einfluss auf die Zinsen für diesen Kredit. Bestimmt in Zukunft Basel II für alle Banken einen einheitlichen Zinssatz? Nein. Die Zinsen bestehen kalkulatorisch aus den Refinanzierungs-kosten der Bank, den Verwaltungskosten, den Eigenkapitalkosten und den Standardrisikokosten der Banken.
Umso schlechter das Rating, desto mehr Eigenkapital muss hinterlegt werden, der Kredit wird also, egal bei welcher Bank, teurer. Die Spanne der Bank, und wie effizient sie wirtschaftet, wird weiterhin Unterschiede in der Zinsgestaltung für den selben Kredit bestimmen.
Wieso muss ich „geratet“ werden, auch wenn ich unter die Mindestgrenze bin? Sie wurden schon immer „geratet“, ihr Betreuer hat nur nicht darüber gesprochen. Jede Bank hatte auch schon bisher ihr eigenes internes Ratingsystem. Der Unterschied zu bisher besteht darin, dass das Ratingsystem nun den Richtlinien von Basel II entsprechen muss. Die Grenze, ab der Basel II zum Tragen kommt, ist 1 Million Euro Kreditsumme. Brauchen Sie nicht? Zu früh gefreut!
Natürlich werden die Banken nicht parallel zwei verschiedene Ratingsysteme (nämlich das bestehende und das neue) fahren. Also werden auch kleinere Kredite nach dem selben Rating-Schema beurteilt werden. Was ist an den Ratingkriterien von Basel II so neu?
Bisher begnügten sich die Banken mit den wirtschaftlichen Unterlagen wie Bilanz oder Jahresabschluss, Buchungsmitteilung vom Finanzamt etc. – also auf den Zahlenteil eines Unternehmens. Diese so genannten „Hard Facts“ spiegeln das Finanz-Risiko wider und bleiben auch weiterhin wichtiger Bestandteil des Ratings. Dazu kommen aber noch die so genannten „Soft Facts“, die das tatsächliche Geschäftsrisiko aufzeigen sollen. Diese setzen sich aus Informationen über die Branche, den Markt, das Produkt, das Management, die Personalstruktur etc. zusammen.
In Zukunft wird also neben der Finanzstruktur eines Unternehmens beispielsweise auch eine Rolle spielen, ob die Nachfolgefrage geregelt ist oder in welchem Wettbewerbsumfeld man tätig ist.
Bedeutet Basel II automatisch höhere Zinsen? Worauf kommt es in Zukunft bei Bankgesprächen an? Nein. Es ist durchaus möglich, dass Sie nach dem neuen Rating durch die bessere Aufbereitung der Unterlagen und die Darstellung der „Soft Facts“ zu besseren Konditionen kommen als bisher. Wesentlich ist, dass Sie der Bank Ihr Unternehmen professionell darstellen.
Basel II und Rating machen Ihnen das Leben schwer? Suchen Sie Alternativen zur klassischen Bankfinanzierung?
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Auch Negative SCHUFA oder KSV-Einträge und gerichtliche Zwangsmaßnahmen sind nicht zwangsläufig ein KO-Kriterium.
Antworten auf die häufigsten Fragen:
Was ist und warum Basel II?
Basel II ist ein international ausgehandeltes Regelwerk, das die Sicherheit der Banken gewährleisten soll. Es schreibt die Bonitätsprüfung der Kreditnehmer vor und bestimmt durch das Ergebnis des „Ratings”, wie hoch die Eigenkapital-hinterlegung der Bank für jeden einzelnen vergebenen
Kredit sein muss. Dadurch nimmt es auch massiv Einfluss auf die Zinsen für diesen Kredit. Dafür sollen „Bankenpleiten” der Vergangenheit angehören.
Bestimmt in Zukunft also Basel II für alle Banken
einen einheitlichen Zinssatz?
Nein. Die Zinsen bestehen kalkulatorisch aus den Refinanzierungskosten der Bank, den Verwaltungskosten, den Eigenkapitalkosten und den Standardrisikokosten
der Banken. Um so schlechter das Rating, desto mehr Eigenkapital muss hinterlegt werden, der Kredit wird also, egal bei welcher Bank, teurer. Die eigene Spanne der Bank, und wie effizient sie wirtschaftet, wird weiterhin Unterschiede in der Zinsgestaltung für denselben Kredit
bestimmen.
Wieso muss ich auf einmal „geratet” werden,
ich falle doch gar nicht unter die Mindestgrenze für Basel II?
Sie wurden schon immer geratet, ihr Betreuer hat nur nicht darüber gesprochen.
Jede Bank hatte auch schon bisher ihr eigenes internes Ratingsystem (Ihre Bilanz oder der Jahresabschluss wurden analysiert, der Betreuer erhielt seine Anweisung, wie hoch die Kreditsumme maximal sein und welche Konditionen er Ihnen einräumen durfte). Der Unterschied zu bisher besteht darin, dass das Ratingsystem nun den Richtlinien von Basel
II entsprechen muss. Es ist eine herausfordernde Aufgabe für die Banken ihre Ratingsysteme dahingehend zu adaptieren.
Die Grenze, ab der Basel II zum Tragen kommt, ist 1 Mio. Euro Kreditsumme. Brauchen Sie nicht? Zu früh gefreut! Natürlich werden die Banken nicht parallel zwei verschiedene Ratingsysteme (nämlich das bestehende
und das neue) fahren. Also werden auch kleinere Kredite in Zukunft nach demselben Rating-Schema beurteilt werden.
Was ist dann so neu an den Ratingkriterien im Gegensatz zu bisher?
Bisher begnügten sich die Banken mit den wirtschaftlichen Unterlagen wie Bilanz oder Jahresabschluss, Buchungsmitteilung vom Finanzamt etc.
– also auf den Zahlenteil eines Unternehmens. Diese so genannten „Hard Facts“ spiegeln das Finanz-Risiko wider und bleiben auch weiterhin wichtiger Bestandteil des Ratings. Dazu kommen aber noch die so genannten „Soft Facts”, die das Geschäfts-Risiko aufzeigen sollen. Diese setzen sich aus Informationen über die Branche, den Markt, das Produkt, das Management, die Personalstruktur, etc. zusammen.
In Zukunft wird also neben der Finanzstruktur eines Unternehmens beispielsweise auch eine Rolle spielen, ob die Nachfolgefrage geregelt ist oder in welchem Wettbewerbsumfeld man tätig ist.
Wenn Basel II erst ab 2008 gilt, wieso sind dann
schon jetzt die Bankgespräche schwieriger?
Ganz einfach: Erstens müssen die Banken ihr System erst adaptieren und damit Erfahrungen sammeln, ob die Ergebnisse des neuen Rating- Systems auch praktikabel sind. Zweitens schreibt Basel II Backdata von fünf Jahren vor, also den Vergleich mit den fünf vorangegangenen Jahren.
2008 minus fünf Jahre ist 2003 – Sie verstehen die Eile der Banken? Wie dieses Kriterium bei Unternehmens-gründungen gehandhabt werden soll, ist eines der vielen noch zu lösenden Probleme.
Bedeutet Basel II automatisch höhere Zinsen für michund worauf kommt es in Zukunft bei Bankgesprächen an?
Nein. Es ist durchaus möglich, dass Sie nach dem neuen Rating durch die bessere Aufbereitung der Unterlagen und die Darstellung der „Soft Facts” zu besseren Konditionen kommen als bisher. Wesentlich ist, dass Sie der Bank Ihr Unternehmen professionell darstellen und zeigen, dass Sie sich auch mit der Zukunft beschäftigt haben. Insoferne hat Basel II auch sein Gutes, weil die Unternehmer, die das bisher noch nicht taten, sich mehr mit dem eigenen Unternehmen und dessen Zukunft beschäftigen müssen.
Wie kann ich mich in meinem Kleinunternehmen
dennoch „professionell” auf das Bankgespräch vorbereiten?
Im Zuge der Bonitätsbeurteilung wird künftig noch mehr als bisher der Steuerberater erster Ansprechpartner der Banken sein. Er wird sozusagen die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Bank darstellen. Mehr noch als bisher wird er nicht nur fiskalisch beraten, sondern auch wirtschaftlicher Berater und Begleiter des Unternehmens sein. Innovative Steuerberater haben sich mit diesem Thema bereits eingehend auseinander gesetzt und zum Beispiel EDV-Programme, die das Rating der Banken simulieren können.
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